Eine Duschkabine reinigen Sie am schonendsten von oben nach unten, auf unbeschichtetem Glas mit einem sauren Mittel gegen Kalk und sonst mit mildem Mittel, soweit die Pflegeanleitung nichts anderes vorsieht. Wer nach jedem Duschen das Glas abzieht und die Dichtungen trocken reibt, hat mit Kalkflecken weniger Arbeit.
Wie schnell sich der weiße Belag auf der Duschwand bildet, hängt vom Härtebereich Ihres Leitungswassers ab. Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz unterscheidet die Bereiche weich, mittel und hart. Je härter das Wasser, desto mehr Kalk bleibt zurück, wenn ein Tropfen auf Glas oder Profil trocknet. Welches Mittel Sie gegen den Kalk einsetzen dürfen, hängt dagegen vom Material ab, und davon hat eine Duschkabine gleich mehrere.
Welches Mittel zu welchem Material passt
Bei unseren Komplettduschen bestehen die Kabinen aus Sicherheitsglas und Aluminiumprofilen, Duschwanne und Rückwand aus glasfaserverstärktem Sanitäracryl. Ihre Kabine kann anders aufgebaut sein. Dazu kommen Armatur, Brausekopf, Dichtungen und Silikonfugen. Wer alles mit demselben kräftigen Kalkreiniger einsprüht, trifft dabei leicht auch Teile, die Säure oder Scheuerkörper nicht vertragen. Das lässt sich vermeiden.
Die Übersicht ordnet jedem Bauteil eine schonende Wahl zu.
| Bauteil | Gut geeignet | Besser vermeiden |
|---|---|---|
| Glas ohne Beschichtung | saurer Sanitärreiniger, verdünnter Essig oder Zitronensäure, Glasreiniger | Scheuerpulver und kratzende Schwämme |
| Glas mit Beschichtung | weiches Tuch, Reiniger laut Pflegeanleitung | Scheuerpulver und harte Tücher |
| Profile aus Aluminium | Handspülmittel, weiche Bürste, klares Wasser | kratzende Schwämme |
| Duschwanne und Rückwand aus Acryl | mildes Mittel, weicher Lappen | Scheuermittel, raue Schwämme, Säure ohne Freigabe in der Pflegeanleitung |
| Armatur und Brausekopf aus Chrom | Handspülmittel, weiches Tuch | Essigessenz |
| Dichtungen und Silikonfugen | Handspülmittel, Trockenreiben nach dem Duschen | kratzende Schwämme |
Bei Chrom ist die Grenze klar. Essigessenz ist ätzend und kann Armaturen und andere verchromte Teile schädigen. Bei Acryl gehen die Angaben zu Säure auseinander, mehr dazu im Abschnitt zur Duschwanne. Welche Reiniger für eine Beschichtung oder Ihre Acrylwanne in Frage kommen, prüfen Sie in der Pflegeanleitung, sie geht der Tabelle vor.
Duschkabine reinigen in der richtigen Reihenfolge
Eine feste Reihenfolge spart Arbeit, weil Schmutz und Reinigerreste nach unten laufen und dort zuletzt entfernt werden.
- Lüften Sie das Bad. Mischen Sie keine Reiniger und verwenden Sie verschiedene Mittel nie gleichzeitig auf derselben Fläche.
- Brausen Sie alle Flächen mit warmem Wasser ab, damit sich lose Seifenreste lösen.
- Sprühen Sie das Glas von oben nach unten ein, bei Kalk unbeschichtetes Glas mit einem sauren Mittel, beschichtetes nur mit dem Mittel aus der Pflegeanleitung. Dosieren Sie nach Packung, das schont die Umwelt, und lassen Sie das Mittel so lange wirken, wie es dort steht.
- Arbeiten Sie Profile, Ecken und die Türschiene mit einer weichen Bürste und Handspülmittel nach.
- Reinigen Sie zuletzt die Duschwanne mit einem milden Mittel und einem weichen Lappen.
- Spülen Sie alle Flächen gründlich mit klarem Wasser ab, auch dort, wo saurer Reiniger hingelaufen ist.
- Ziehen Sie das Glas ab und reiben Sie Profile und Dichtungen mit einem Tuch trocken.
Für die oberen Kanten der Glaswand und die unteren Profile hilft ein Abzieher oder eine Bürste mit langem Stiel. Dann müssen Sie weder auf einen Hocker steigen noch sich tief in die Wanne bücken. Die Wanne reinigen Sie möglichst von außen, ohne sich in die nasse Wanne zu stellen.
Glaswände der Duschkabine entkalken
Für unbeschichtete Glaswände eignen sich saure Mittel, weil sie Kalk lösen, statt ihn nur zu verteilen. Ein saurer Sanitärreiniger erfüllt diesen Zweck ebenso wie verdünnter Essig oder Zitronensäure. Hausmittel verdünnen Sie nach Packungsangabe und tragen sie mit einem Schwamm oder einer Sprühflasche auf.
Hartnäckige Ränder in den unteren Ecken behandeln Sie lieber ein zweites Mal mit Einwirkzeit, als mit einem kratzenden Schwamm zu scheuern. Was Sie oben aufsprühen, läuft nach unten. Spülen Sie Spritzer an verchromten Griffen, an der Armatur und in der Acrylwanne deshalb gleich mit klarem Wasser ab.
Bei beschichtetem Glas nehmen Sie nur weiche Tücher, denn auch manche Mikrofasertücher sind für glänzende oder beschichtete Oberflächen zu hart.
Profile und Dichtungen gründlich säubern
In den Profilen, in den Ecken und in der unteren Schiene einer Schiebetür trocknet Wasser langsamer als auf der glatten Glasfläche. Deshalb sammeln sich dort Kalk, Seifenreste und dunkle Stockflecken. Für die regelmäßige Reinigung reicht meist eine weiche Bürste mit etwas Handspülmittel, in schmale Rillen kommen Sie mit einer ausgedienten Zahnbürste.
Gründlich sauber wird die Schiene einer Schiebetür erst, wenn die Tür ausgehängt ist. Bei vielen Modellen müssen dafür zuerst die Stopper an den Enden der Schienen entfernt werden, bevor sich die Türen herausheben lassen. Maßgeblich ist die Montageanleitung Ihrer Kabine. Glastüren sind schwer und unhandlich. Nehmen Sie sie deshalb besser zu zweit heraus.
Bleiben Dichtungen und Silikonfugen nach dem Duschen nass, setzen sich dort leicht Kalk und Schimmel fest. Sind die Fugen bereits dunkel verfärbt, finden Sie im Ratgeber zum Thema Schimmel im Bad die passenden Schritte.
Duschwanne aus Acryl schonend pflegen
Die Duschwanne kommt in der Reihenfolge zuletzt und braucht die meiste Rücksicht. Für Seifenreste und Hautfett genügen ein mildes Mittel und ein weicher Lappen. Scheuerpulver, Scheuermilch und kratzige Schwämme gehören nicht in die Acrylwanne. Nach Angabe eines Acrylwannenherstellers hinterlassen sie feine Kratzer, in denen sich Schmutz und Kalk danach erst recht festsetzen.
Bei Kalkrändern auf der Wanne lohnt der Blick in die Pflegeanleitung, denn hier gehen die Empfehlungen auseinander. Ein Hersteller von Acrylwannen rät ausdrücklich zu verdünntem Essig oder Zitronensäure, ein Reinigungsmittelhersteller warnt dagegen, Essigessenz und Zitronensäure könnten Kunststoff beschädigen. Erlaubt Ihre Anleitung ein saures Mittel, verwenden Sie es verdünnt und spülen gründlich nach. Steht dort nichts dazu, bleibt die schonende Lösung, die Wanne häufiger mit mildem Mittel zu reinigen und nach dem Duschen trocken zu wischen, bevor sich Kalk festsetzt.
Spülen Sie die Wanne nach jeder Reinigung gründlich mit klarem Wasser nach. Bleibt ein Film aus Reiniger oder Pflegemittel auf der Standfläche, kann sie beim nächsten Duschen glatter sein. Das Sieb im Ablauf nehmen Sie bei dieser Gelegenheit heraus und spülen Haare und Seifenreste aus.
Reiniger nie mischen
Wenn Sie Chlorreiniger und sauren Badreiniger zusammen verwenden, entsteht giftiges, stechend riechendes Chlorgas, das die Atemwege schwer schädigen kann. Auch andere Reiniger können miteinander reagieren und gefährliche Gase oder Dämpfe bilden, die beim Einatmen zu einer Vergiftung führen können. Mischen Sie Reiniger deshalb grundsätzlich nicht, und beachten Sie die Gebrauchs- und Sicherheitshinweise auf dem Etikett.
Am einfachsten vermeiden Sie diese Gefahr, wenn gar kein Chlorreiniger im Schrank steht. Für die Dusche brauchen Sie ihn nicht, für Bad und Küche reichen ein Allzweckreiniger, Handspülmittel, ein Küchenreiniger oder Scheuermilch und ein saurer Sanitärreiniger auf Basis von Zitronensäure aus.
Kalk nach dem Duschen vorbeugen
Kalk entsteht, wenn Wassertropfen trocknen. Der einfachste Schutz ist deshalb, die Tropfen gar nicht erst trocknen zu lassen. Das Wasser nach dem Duschen von den Flächen zu entfernen, verhindert Kalkflecken und beugt Schimmel vor. Für große Flächen wie die Glaswand nehmen Sie einen Abzieher, für kleine Flächen wie Profile, Griffe und Dichtungen ein Tuch. Lassen Sie danach die Tür einen Spalt offen, damit die Kabine abtrocknen kann.
Mit dieser Routine müssen Sie seltener gründlich entkalken. Der Brausekopf sammelt ebenfalls Kalk, vor allem in den Düsen. Wie Sie den Duschkopf entkalken, ohne die Oberfläche zu beschädigen, steht in einem eigenen Ratgeber.
Eine pflegeleichte neue Duschkabine auswählen
Ist das Glas einer alten Kabine nach vielen Jahren stark gezeichnet, liegt ein Austausch näher als die nächste Putzaktion. Verschlissene Dichtungen allein sind dagegen kein Grund für eine neue Kabine, fragen Sie beim Hersteller oder Händler Ihrer Kabine nach einer passenden Ersatzdichtung.
Steht ein Austausch an, lohnt es sich, schon beim Kauf auf die Pflege zu achten. Bei unseren Komplettduschen mit Duschwanne ist die Rückwand aus Acryl, deshalb entfallen an dieser Wand die Fliesenfugen, die in einer gefliesten Duschnische mitgeputzt werden müssen. Dafür pflegen Sie die Rückwand wie die Wanne, also ohne Scheuermittel und mit sauren Mitteln nur, wenn die Pflegeanleitung sie erlaubt. Die Scheiben können Sie mit oder ohne 2K Scheibenversiegelung (EasyClean) bestellen. Wir tragen die Versiegelung vor dem Versand auf, und die meisten Kunden bestellen ihre Kabine damit. In unserer Beratung empfehlen wir außerdem gern das Format 100x100 cm, etwa bei der D38, weil die Kabine viel Platz bietet und sich gut reinigen lässt. Sehen Sie sich vor dem Kauf an, welche Pflege der Hersteller für die Versiegelung vorsieht.
Unter den Duschkabinen finden Sie weitere Modelle mit Eckeinstieg oder als Runddusche. Bei einer Dampfdusche gehören Dampfaustritt und Düsen zusätzlich zur Pflege. Wie oft und womit, nennt der Hersteller.
Häufige Fragen zur Reinigung der Duschkabine
Ihren Härtebereich nennt Ihnen der örtliche Wasserversorger. Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz stuft Wasser mit weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter als weich ein, 1,5 bis 2,5 Millimol als mittel und mehr als 2,5 Millimol als hart. Liegt Ihr Wasser im harten Bereich, lohnt das tägliche Abziehen der Glaswand besonders, weil mit jedem Tropfen mehr Kalk zurückbleibt.
Nein, für die normale Reinigung der Dusche brauchen Sie keinen Desinfektionsreiniger, denn normale Verschmutzungen erfordern keine Desinfektion. Dunkle Stockflecken in Fugen und Dichtungen sind Schimmel und kein Fall für Desinfektionsreiniger. Wie Sie ihn gründlich entfernen, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Schimmel.
Eine Dichtung gehört ersetzt, wenn sie brüchig geworden ist oder nicht mehr an der Scheibe anliegt, denn dann hilft auch gründliches Putzen nicht weiter. Setzt sich dauerhaft Kalk in der Dichtung ab, kann sie porös werden und schlechter abdichten. Fragen Sie dann beim Hersteller oder Händler Ihrer Kabine nach einer passenden Ersatzdichtung.
