Ein Haltegriff für die Dusche ohne Bohren hält über Saugnapf, Klebeanker oder Klemmung, und die drei Systeme unterscheiden sich in ihrer Tragfähigkeit erheblich. Saugnäpfe sind nach Herstellerangabe keine Sturzsicherung, geklebte Griffe erreichen nach dem Aushärten deutlich höhere Werte.
Auf dem Datenblatt eines Saugnapfgriffs stehen drei Angaben direkt untereinander. Eine Saugkraft von 700 Newton, also rund 70 kg. Ein maximales Benutzergewicht von 105 kg. Und darunter der Hinweis des Herstellers selbst. Die mobilen Handgriffe seien entwickelt worden, um die natürliche Bewegung zu unterstützen, und ausdrücklich nicht dafür geeignet, das komplette Körpergewicht zu tragen (Herstellerangabe Roth). Nebeneinandergelegt zeigen diese drei Zeilen das eigentliche Problem der bohrfreien Befestigung. Die beworbene Kilogrammzahl beantwortet nicht die Frage, die im Bad zählt, nämlich ob der Griff im Moment des Ausrutschens hält. Genau darum geht es hier, sortiert nach Befestigungsart statt nach Griffform, mit den Werten der Hersteller und den Grenzen, die sie selbst benennen.
Haltegriff für die Dusche ohne Bohren im Überblick
Bohrfrei bedeutet nicht bei allen Griffen dasselbe. Praktisch relevant sind drei Systeme, und sie liegen technisch weit auseinander.
Der Saugnapfgriff haftet über ein Vakuum auf einer glatten, luftundurchlässigen Fläche. Er lässt sich in Sekunden anbringen, verstellen und rückstandsfrei abnehmen. Genau diese Beweglichkeit ist zugleich seine Schwäche, denn die Haftung hängt vom Untergrund, von der Sauberkeit der Fläche und vom Zustand der Dichtlippe ab und lässt über die Zeit nach.
Der Klebeanker ist das Gegenstück dazu. Hier wird eine Montageplatte mit einem Zweikomponentenkleber dauerhaft auf die Fliese gesetzt, der Griff wird darauf verschraubt oder eingerastet. Nach dem Aushärten sitzt die Verbindung fest, dafür ist sie nicht mehr rückstandsfrei zu lösen. Sie ersetzt das Bohrloch, nicht die Dauerhaftigkeit.
Das Klemmsystem arbeitet weder mit Vakuum noch mit Kleber, sondern mit mechanischer Spannung. Der klassische Fall ist der Griff, der über den Rand der Badewanne geklemmt wird. Er braucht keinen geeigneten Wandbelag, sondern einen passenden Wannenrand.
| Befestigungsart | Traglast laut Hersteller | Untergrund | Rückbau |
|---|---|---|---|
| Saugnapf | Saugkraft 700 N, entspricht rund 70 kg, maximales Benutzergewicht 105 kg (Roth); bis 33 kg je Adapter für Badzubehör (Wenko) | plane, porendichte Fläche, Fliesen größer als 130 mal 130 mm | rückstandsfrei |
| Klebeanker | 100 kg (Ridder, Delficare), bis 130 kg je nach Modell (Roth) | Fliesen, Naturstein, Beton, Glas, Metall, sauber und tragfähig | nicht rückstandsfrei |
| Klemmung am Wannenrand | 120 kg (REHASTAGE) | Wannenrand von 2,9 bis 13,5 cm Stärke | rückstandsfrei |
Alle Werte in dieser Tabelle sind Herstellerangaben für einzelne Modelle und keine allgemeingültigen Eigenschaften der jeweiligen Bauart. Sie gelten unter den Bedingungen, die der jeweilige Hersteller in seiner Anleitung nennt.
Saugnapfgriffe und ihre tatsächliche Tragkraft
Die beworbenen Tragkräfte für Saugnapfgriffe streuen um den Faktor drei. Ein Saugadapter des Herstellers Wenko für Badzubehör wird mit bis zu 33 kg je Adapter angegeben, ein Saugtellergriff von Roth mit 700 Newton Saugkraft auf planen, porendichten Flächen. Das Pflegeportal pflege.de nennt für Saughaltegriffe allgemein eine Zugkraft von 70 bis 100 Kilogramm. Einen einheitlichen Prüfmaßstab gibt es also nicht, und deshalb lässt sich aus einer Zahl auf der Verpackung wenig ableiten.
Wichtiger als die Zahl ist, was die Hersteller über den Einsatzzweck schreiben. Roth formuliert es für den eigenen Saugtellergriff unmissverständlich und schließt die Aufnahme des vollen Körpergewichts aus. Ein Saugnapfgriff ist damit eine Abstützhilfe für die kontrollierte Bewegung, kein Auffangpunkt für den Sturz. Beides fühlt sich in der Hand ähnlich an und ist sicherheitstechnisch etwas völlig anderes.
Dazu kommt die Untergrundfrage, an der ein Saugteller in der Praxis häufig scheitert. Der Saugteller braucht eine durchgehende, plane und luftundurchlässige Fläche. Roth gibt für sein Modell Fliesen von mehr als 130 mal 130 Millimetern an, denn jede Fuge unter der Dichtlippe ist ein Luftweg. Bei kleinformatigen Fliesen, Mosaik oder strukturierten Oberflächen scheidet eine Saugbefestigung damit in der Regel aus. Auch feine Rückstände von Pflegemitteln stören die Haftung.
Die Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU hält Saugnapfgriffe entsprechend nur für kurzfristige Einsätze wie Reisen für geeignet und verlangt sorgfältige Montage nach Anleitung sowie regelmäßige Kontrolle. Wer trotzdem dauerhaft damit arbeitet, sollte die Saugkraft vor jeder Nutzung prüfen. Manche Modelle haben dafür eine Farbanzeige, die nachlassendes Vakuum sichtbar macht.
Haltegriff kleben statt bohren
Von den bohrfreien Varianten an der Wand reicht der Klebeanker in der Traglast am nächsten an eine feste Montage heran. Ridder gibt für seinen Montagekleber eine maximale Haltekraft von 100 kg an, Delficare für den Varioplus Griff ebenfalls 100 kg Zugkraft. Roth nennt für die geklebte Glubeli Reihe bis 130 kg Benutzergewicht, bei einzelnen Modellen 110 kg. Voraussetzung ist bei allen ein sauberer, ebener und tragfähiger Untergrund. Als geeignete Materialien nennt Ridder Fliesen, Naturstein, Beton, Glas und Metall.
Entscheidend ist der Zeitfaktor, der beim Kleben gern unterschätzt wird. Der Ridder Kleber ist nach 24 Stunden vollständig belastbar, vorher darf der Griff keine Last aufnehmen. Eine verkürzte Aushärtezeit ergibt keine halb feste Verbindung, sondern eine unzuverlässige.
Für die Montage hat sich dieser Ablauf bewährt:
- Fläche wählen, die vollständig plan ist und keine Fuge im Klebebereich hat
- Alte Silikonreste, Kalk und Pflegemittelfilm rückstandsfrei entfernen, danach mit klarem Wasser nachspülen und trocknen lassen
- Position mit dem Griff trocken anzeichnen, bevor Kleber ins Spiel kommt
- Kleber nach Herstellerangabe auftragen und die Platte gleichmäßig andrücken
- Die volle Aushärtezeit abwarten, im Fall des Ridder Klebers 24 Stunden
- Erst danach vorsichtig belasten und den Sitz nach einigen Tagen erneut prüfen
Zwei Einschränkungen gehören ehrlicherweise dazu. Der Klebeanker ist nicht rückstandsfrei zu lösen, die Fliese trägt danach in der Regel eine sichtbare Stelle. Und der Griff sitzt nur so fest wie die Fliese selbst. Eine hohle oder locker sitzende Fliese wird durch den Kleber nicht tragfähiger, sie löst sich im Zweifel mitsamt Griff aus der Wand.
Klemmgriffe für Wanne und Duschwand
An der Badewanne gibt es eine bohrfreie Lösung, die technisch anders funktioniert und deshalb oft die bessere ist. Der Klemmgriff greift über den Wannenrand und wird mechanisch gespannt. Ein Modell von REHASTAGE wird mit 120 kg maximaler Belastbarkeit und einer verstellbaren Klemmbreite von 2,9 bis 13,5 cm angegeben. Diese Spanne ist die eigentliche Auswahlfrage, denn sie entscheidet, ob der Griff an die vorhandene Wanne passt. Messen Sie die Randstärke, bevor Sie bestellen.
Der Vorteil liegt auf der Hand. Die Kraft wird in ein Bauteil eingeleitet, das ohnehin auf Belastung ausgelegt ist, statt in eine verklebte oder angesaugte Fläche. Der Griff sitzt allerdings am Wannenrand und damit nur auf dieser Höhe, nicht weiter oben in der Bewegung.
In der Duschkabine ist die Lage schwieriger. Glaswände und Kunststoffelemente sind zwar glatte Untergründe, sie sind aber selbst nicht dafür ausgelegt, seitlich belastet zu werden. Ein Griff an der Duschabtrennung stützt im besten Fall die Bewegung ab, er ist kein Halt für das volle Gewicht. Wer hier dauerhaft Sicherheit braucht, kommt an der massiven Wand nicht vorbei. Bei einem ohnehin anstehenden Umbau lohnt der Blick auf Duschkabinen in 90x90, weil sich die Frage nach der Griffbefestigung dann von vornherein anders stellt.
Grenzen der bohrfreien Befestigung
Es gibt keine Norm, die bohrfreie Griffe ausdrücklich verbietet. Die Anforderungen, an denen sie sich messen lassen müssen, ergeben sich aber aus dem, was das Regelwerk und die Unfallprävention voraussetzen.
DIN 18040-2 stellt eine Anforderung an die Wände von Sanitärräumen. Sie müssen bauseits so ausgebildet werden, dass sie bei Bedarf mit senkrechten und waagerechten Stützgriffen oder Haltegriffen neben WC, Dusche und Badewanne nachgerüstet werden können. Die Norm denkt Haltegriffe also von vornherein als wandgebundene, tragfähig befestigte Bauteile. Für Stützklappgriffe am WC nennt sie eine Punktlast von 1 kN am vorderen Griffende, das entspricht rund 100 kg. Dieser Wert gehört zum WC-Abschnitt und ist keine pauschale Vorgabe für jeden Haltegriff. Er zeigt aber die Größenordnung, in der ein Griff gedacht ist, der im Ernstfall Halt geben soll. Andere Regelwerke setzen mit 1,5 kN nach VDI 6008-2 und 1,7 kN nach ISO 21542 sogar höher an.
Dazu kommt die Einschätzung der Unfallprävention. Die BFU formuliert schlicht, dass nur fest montierte Haltegriffe gute Haltegriffe sind, und weist darauf hin, dass unterschiedliche Wandmaterialien unterschiedliche Montagearten verlangen. Entscheidend sei die zulässige Belastung von Griff und Befestigung zusammen. Genau an dieser zweiten Hälfte scheitern bohrfreie Systeme, denn ihre Befestigung ist der schwächere Teil.
Praktisch heißt das: Solange es um zusätzliche Stabilität für jemanden geht, der sicher steht und sich nur abstützen möchte, ist ein geklebter oder geklemmter Griff eine sinnvolle Nachrüstung. Sobald jemand sein Gewicht auf den Griff verlagert, sich daran hochzieht oder im Fall eines Schwindels darauf angewiesen ist, gehört der Griff verschraubt. Wie das abläuft und was Kranken- und Pflegekasse dazu beitragen, steht im Ratgeber zu Montage und Kassenzuschuss.
Ein Griff allein ist ohnehin nur ein Teil der Antwort. Nach den Daten des Robert Koch-Instituts sind 23,8 Prozent der Personen ab 65 Jahren innerhalb von zwölf Monaten mindestens einmal gestürzt, ab 80 Jahren sind es 33,5 Prozent. Diese Zahlen aus der Befragung GEDA 2022 beziehen sich auf Stürze insgesamt und nicht speziell auf das Bad. Sie zeigen trotzdem, warum es sinnvoll ist, den Halt an der Wand zusammen mit dem Boden zu denken. Welche Rutschhemmung Fliesen im Bad haben sollten, ist eine eigene Frage, und sie beantwortet sich unabhängig von der Griffbefestigung.
Kosten Bezugsquellen und Kassenzuschuss
Bohrfreie Haltegriffe sind im Baumarkt, im Sanitätshaus und im Onlinehandel erhältlich. Im Google Shopping Karussell für das Thema lagen die Preise am 10. August 2026 zwischen 13,99 und 35,99 Euro, wobei sich hinter dieser Spanne überwiegend Saugnapf- und Klemmmodelle verbergen. Geklebte Systeme mit Zweikomponentenkleber liegen darüber. Einen allgemeingültigen Testsieger gibt es nicht, dafür sind die Untergründe in deutschen Bädern zu unterschiedlich. Die brauchbaren Auswahlkriterien sind die Randstärke Ihrer Wanne, das Format Ihrer Fliesen, eine nachvollziehbare Herstellerangabe zur Belastbarkeit und eine verständliche Montageanleitung.
Bei der Kostenübernahme wird es eindeutiger, als viele erwarten. Die DAK-Gesundheit ordnet handelsübliche Handgriffe, Duschhaltegriffe sowie festmontierte oder geklebte Badewannengriffe den allgemeinen Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens zu, die in den Eigenverantwortungsbereich fallen. Eine Kostenübernahme der meisten Haltegriffe als Hilfsmittel ist danach auch mit ärztlicher Verordnung nicht möglich. Als Ausnahme nennt die Kasse bestimmte mobile Badewannenaufsteckgriffe und wenige Stützgriffe für Waschbecken und Toilette, wenn sie ärztlich verordnet sind und über eine anerkannte Hilfsmittelpositionsnummer verfügen. Ausgerechnet das bohrfreie Klemmsystem an der Wanne kann also der Fall sein, der erstattungsfähig ist.
Der zweite Weg führt über die Pflegekasse. Fest installierte Haltegriffe können nach Auskunft der DAK Bestandteil wohnumfeldverbessernder Maßnahmen sein. Diese Leistung ist in § 40 SGB XI geregelt, der Höchstbetrag liegt derzeit bei 4.180 Euro je Maßnahme. Anspruch haben Pflegebedürftige, also ab Pflegegrad 1. Es handelt sich um einen Zuschuss, nicht um ein Darlehen. Den Betrag passt der Gesetzgeber regelmäßig an, prüfen Sie ihn vor der Antragstellung. Sie setzt allerdings die feste Installation voraus, ein aufgeklebter oder angesaugter Griff erfüllt diese Bedingung in aller Regel nicht. Den Zuschuss der Pflegekasse beantragen Sie vor Beginn der Maßnahme. Über die Bewilligung entscheidet Ihre Pflegekasse im Einzelfall.
Haltegriff ohne Bohren in der Mietwohnung
Der häufigste Grund, auf das Bohren zu verzichten, ist das Mietverhältnis. Die Rechtslage ist dabei differenzierter als die verbreitete Annahme, in Fliesen dürfe man grundsätzlich nicht bohren.
Nach § 554 BGB können Mieter vom Vermieter verlangen, dass er bauliche Veränderungen erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Der Anspruch entfällt, wenn die Veränderung dem Vermieter unter Abwägung der beiderseitigen Interessen nicht zumutbar ist, und der Mieter kann sich zu einer besonderen Sicherheitsleistung verpflichten. Abweichende Regelungen im Mietvertrag zum Nachteil des Mieters sind unwirksam. Ein altersgerechter Umbau ist damit kein Gefallen, um den man bitten muss, sondern in vielen Fällen ein Anspruch.
Beim Bohren selbst hat das Amtsgericht Paderborn 2024 einen Einzelfall entschieden, der für die Praxis aufschlussreich ist. Das Durchbohren der Fliesen ist danach nur dann vertragsgemäße Nutzung, wenn der Mieter das Bohrloch nicht in der Fuge platzieren kann. Im entschiedenen Fall stand dem Vermieter Schadensersatz zu, weil der Mieter gegen eine ausdrückliche Vereinbarung im Vertrag verstoßen hatte. Ein Amtsgerichtsurteil bindet andere Gerichte nicht, im Streitfall hilft nur eine Rechtsberatung. Wer bohren möchte, holt sich die Zustimmung deshalb besser schriftlich und setzt das Loch, wo es geht, in die Fuge.
Für die Übergangszeit bis zur Klärung ist ein geklemmter oder geklebter Griff eine vertretbare Lösung, solange klar bleibt, was er leisten kann. Der Klebeanker hinterlässt allerdings eine Spur auf der Fliese und ist damit selbst eine Veränderung der Mietsache, über die gesprochen werden sollte.
Häufige Fragen zum Haltegriff für die Dusche ohne Bohren
Die Angaben der Hersteller liegen für geklebte Systeme meist zwischen 100 und 130 kg. Ridder nennt für seinen Montagekleber 100 kg Haltekraft, Delficare 100 kg Zugkraft, Roth je nach Modell 110 bis 130 kg Benutzergewicht. Diese Werte gelten für einen sauberen, planen und tragfähigen Untergrund und erst nach vollständiger Aushärtung, beim Ridder Kleber also nach 24 Stunden.
Die Schweizer Beratungsstelle für Unfallverhütung verlangt bei Saugnapfgriffen sorgfältige Montage nach Gebrauchsanweisung und regelmäßige Kontrolle. Praktisch heißt das, den Sitz vor jeder Nutzung kurz zu prüfen, weil das Vakuum über Stunden nachlassen kann. Manche Modelle zeigen den Zustand über eine Farbanzeige an. Nachlassende Saugkraft ist kein Materialfehler, sondern zu erwarten.
In der Regel nicht. Die DAK-Gesundheit zählt handelsübliche Duschhaltegriffe und geklebte Badewannengriffe zu den allgemeinen Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens, für die keine Kostenübernahme als Hilfsmittel erfolgt. Eine Ausnahme sind bestimmte mobile Badewannenaufsteckgriffe mit ärztlicher Verordnung und anerkannter Hilfsmittelpositionsnummer. Fragen Sie im Zweifel vor dem Kauf bei Ihrer Kasse nach.
Nach § 554 BGB können Sie vom Vermieter die Erlaubnis für barrierereduzierende bauliche Veränderungen verlangen, sofern sie ihm zumutbar sind. Für das Bohren in Fliesen hat das Amtsgericht Paderborn 2024 in einem Einzelfall entschieden, dass es nur dann vertragsgemäß ist, wenn das Loch nicht in die Fuge gesetzt werden kann. Holen Sie die Zustimmung schriftlich ein.
Einen allgemeingültigen Testsieger gibt es nicht, weil die Eignung am Untergrund hängt und nicht am Griff allein. Prüfen Sie stattdessen das Format Ihrer Fliesen, bei Klemmgriffen die Randstärke der Wanne, eine nachvollziehbare Herstellerangabe zur Belastbarkeit und ob eine verständliche Montageanleitung beiliegt. Diese vier Punkte sagen mehr aus als jedes Ranking.
Vom Nachrüsten zur dauerhaften Lösung
Ein Griff ohne Bohren ist eine gute Antwort auf eine vorübergehende Frage. Er hilft in der Mietwohnung, bis die Zustimmung da ist, er hilft nach einer Operation, und er hilft überall dort, wo jemand sich abstützen und nicht auffangen muss. Er ist nur keine Antwort darauf, dass Ein- und Ausstieg auf Dauer schwerer werden.
Aus der Sicht eines Badplaners, der überwiegend Wannen und Duschen für den altersgerechten Umbau liefert, lohnt an diesem Punkt der Blick auf die Ursache statt auf die Nachrüstung. Eine Badewanne mit Tür oder Komfortduschen mit niedrigem Einstieg machen den kritischen Moment kleiner, statt ihn nur besser abzusichern.
Stand der Informationen in diesem Ratgeber ist August 2026. Die genannten Traglasten sind Herstellerangaben für einzelne Modelle und gelten nur unter den in der jeweiligen Anleitung genannten Bedingungen. Der Höchstbetrag nach § 40 SGB XI und die Erstattungspraxis der Kassen können sich ändern, die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Pflege- oder Krankenkasse. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung durch Ihre Kasse, eine Pflegeberatungsstelle oder einen Fachbetrieb.
Wenn Sie unsicher sind, ob eine Nachrüstung reicht oder der Umbau sinnvoller ist, sprechen Sie uns an. Wir schauen uns Ihre Situation an und sagen Ihnen ehrlich, was in Ihrem Bad möglich ist.
